Morbus Scheuermann – Merkmale, Symptome und Behandlung
Der Morbus Scheuermann, oft auch Rundrücken genannt, ist eine spezifischer Erkrankung, die mehr Männer als Frauen betrifft und meist im Jugendlichenalter beginnt aufzutreten. Es kann zu einer Deformierung der Brustwirbelsäule kommen, die chronische Schmerzen verursachen kann und bei entsprechender Ausbildung auch eine Störung der Körperästhetik bedingen kann.
Dr. med. univ Alexander Spiessberger
Facharzt für Neurochirurgie
Welche Symptome treten typischerweise auf?
Es kommt in vielen Fällen zu beidseitigen Gesäß- und Beinschmerzen beim Spaziergehen, wodurch die Gehstrecke / Gehdauer eingeschränkt wird. Die Schmerzen können durch eine nach vorne geneigte Haltung oder Hinsetzen verringert werden.

Welche nicht-operative Therapie gibt es?
Als erstes erfolgt zunächst und vor allem bei leichter SpinalkanalstenWas ist Morbus Scheuermann?
Es kommt hier im Bereich der Brustwirbelsäule zu einer Störung von Teilen des Wirbelkörpers in mehreren angrenzenden Segmenten. Dabei verliert der Wirbelkörper seine normale Form und sieht zunehmend aus wie ein Keil. Hierdurch entsteht eine Rundung am Rücken, die Ähnlichkeit hat mit der Deformierung des Glöckner von Notre Dame. Diese knöchernen Veränderungen sind begleitet von krankhaften Veränderungen der Bandscheiben. Zusammen kann dies zu chronischen Schmerzen und einer merklichen Deformierung der Wirbelsäule führen. Es wird vermutet, dass als Ursache eine Durchblutungsstörung der Wirbelkörper besteht.

Typische Merkmale
  • Bei starker Ausprägung entsteht ein Rundrücken, der dem Glöckner von Notre Dame ähnlichsehen kann
  • Es kann zur Ausbildung chronischer Schmerzen kommen
  • Bei starker Ausprägung müssen sich die umgebenden Wirbelsäulenabschnitte kompensatorisch «gegenkrümmen», was dort zu einer Fehlbelastung mit früher Arthrose führen kann

Häufige Symptome
Nicht jeder Morbus Scheuermann ist leicht sichtbar und auch nicht jeder Betroffene hat signifikante Beschwerden
  • Sichtbarer, «steifer» Rundrücken
  • Chronische Schmerzen 
Die Beschwerden können eine Tendenz zur Chronifizierung haben.

Wie wird Morbus Scheuermann festgestellt?
Die Diagnose erfolgt durch:
  • Betrachtung der Wirbelsäule von der Seite
  • Röntgen der Wirbelsäule, gelegentlich kann eine MRI Untersuchung notwendig sein

Behandlung des Morbus Scheuermann  
Ist die Erkrankung manifest, können die morphologischen Veränderungen an den betroffenen Wirbeln nicht mehr rückgängig gemacht werden. Eine symptomatische Behandlung kann notwendig werden. Ist die Deformierung erheblich, dann kann eine operative Korrektur diskutiert werden um eine normale Körperform wiederherzustellen.

Konservative (nicht operative) Behandlung
  • Physiotherapie zur muskulären Kräftigung
  • ggf. Schmerztherapie
  • ein Korsett hat keinen Einfluss auf die Erkrankung

Operative Behandlung
Eine Operation wird nur erwogen, wenn:
  • starke optische Deformierung der Wirbelsäule

Was können Patienten selbst tun?
  • Inspektion der Wirbelsäule durch Arzt (z.B Schularzt) oder Angehörigen
  • Bei sichtbarer Verformung Konsultation eines Arztes
  • Gewichtskontrolle, Kräftigung der Rückenmuskulatur
  • Frühzeitige Abklärung bei Schmerzen

FAQ – Häufige Fragen zur Spondylose
Ist Morbus Scheuermann heilbar?
Nein.

Ist Morbus Scheuermann gefährlich?
Nein, obgleich das Vorhandensein von chronischen Schmerzen oder sichtbarer Deformierung der Wirbelsäule die Psyche negativ beeinflussen können.

Braucht jeder Morbus Scheuermann eine Operation?
Nein, nur ausgeprägt Fälle. Hier kann aber eine Operation meist eine normale Form der Wirbelsäule wiederherstellen.

Kann Bewegung die Beschwerden verschlimmern?
Nein. Im Gegenteil, eine «gesunder» Rücken, als ein sportlicher Lebensstil hat positive Effekte.

Ab welchem Alter tritt Morbus Scheuermann auf?
Der Erkrankungsbeginn liegt im Jugendlichenalter. Milde Formen können aber oft das ganze Leben unbemerkt bleiben.

FAQ – Häufige Fragen zur Spondylose